Von Insellösungen zu Multisoft Varianten. Wohin geht die Reise?

 Es ist einfach immer das gleiche… in der Produktion technischer Produkte muss es in erster Linie qualitativ perfekt sein, der Ablauf präzise und schnell (darf sich nicht gegenseitig ausschliessen !) und hinter einander weg funktionieren. Am Beispiel der Firma Bendit Umformtechnik in Reutlingen, die mit einem Team erfahrener Rohrbiegespezialisten ein Dienstleistungsunternehmen aus der ehemaligen Pulzer Biegetechnik in Mittelstadt aufgebaut hat, wird eine Innovation der Messtechnik vorgestellt. Günther Pulzer galt in seiner Generation als DER Rohrbiegespezialist – seine Biegemaschinen wurden als Preziosen gehandelt, intelligent, schnell und exakt.

Heute führt seine Tochter Jenny Vollmer das Werk ihres Vaters weiter. Das Liefer- und Leistungsprogramm der Firma Bendit umfasst den kompletten Rohrbiegebereich von 1.5mm bis 100mm Rohrdurchmesser und konzentriert sich auf die Herstellung und Lieferung von einbaufertig vorkonfektionierten Rohrleitungen, über reine Lohnbiegearbeiten und Back-up-Lösungen für die Automobilindustrie, bis hin zum kundenspezifischen biegeseitigen Prototyping mit Werkzeug- und Produktentwicklung für Klein,- Mittel- und Grossserien. Nicht zu vergessen – die Qualitätssicherung und Dokumentation in der Produktion.

Die Zeiten ändern sich oft schneller als es den Herstellern lieb ist. Nicht nur die Hardware „Hilfsmittel“, sondern auch die digitalen „Hilfsmittel“ in der Produktion nehmen mehr und mehr Platz für sich in Anspruch. Eine einzige Spezialsoftware reicht heute nicht mehr aus, weil die nächst folgenden Aufgaben eine weitere Messmethode und auch eine neue Softwarelösung brauchen. Es hat sich gezeigt, dass rund um das Produkt so viele Ansprüche berücksichtigt werden müssen, dass sie links und rechts und auch vorne und hinten sowie unten und oben gleichermassen berücksichtigt werden müssen.

Klaus Leistritz – bisher als Rohrspezialist bekannt – wollte seine Erfahrungen nicht mehr nur auf Rohre und deren Anbauteile beziehen, sondern in entsprechender Art und Weise auch  auf andere Industrieprodukte ausdehnen. Neue Messgeräte wurden entwickelt, beweglicher als alle ihre Vorgänger. Homer Eaton, mit dem Beinamen „Rohrmesspapst“, entwickelte in den achtziger Jahren einen sogenannten Messarm, der die Bewegungen  eines menschlichen Armes nachahmen konnte und heute noch angewendet wird. Damals eine Sensation, heute eine Selbstverständlichkeit. Diese Arme waren und sind praktisch – sie sind portabel und können fast überall hin mitgenommen werden, aber ihr Gewicht behindert manches Mal eine schnelle Abwicklung der Messungen.

Die Münchner Firma Precitrack 3D entwickelte und baute Prototypen eines neuen Messgerätes, ein kabelloses Freihand-Messsystem, das es bisher noch nicht gab. Es braucht keine Kabel mehr und keine Messzelle ausser für automatisierte Serienproduktions-Überwachung. Die neuen Geräte werden von ihrer internen Batterie gespeist. Es gibt diese Innovation in drei Varianten: für taktiles Messen, Infrarot Messen mit einer Gabel für kleine Rohre oder Drähte und Laserscannen,

inkl. Glas, was dem Stand der Technik entspricht.

Die neu programmierte „Freihand Multisoft“ Software, die mehrere Produktionsbereiche abdeckt, wurde in die Klaus Leistritz Consulting integriert. In der Evaluation-Version der „Tubesoft“ wurden alle Insellösungen zusammengefasst und mündeten in das Multisoft-Paket, um nicht mehrere Softwares nebeneinander oder nacheinander einspielen zu müssen. Eine geniale  neue Philosophie, die allerdings 1.920 Mannstunden Programmierung benötigte, was ein Jahr intensiver Entwicklungsarbeit entspricht. Sie beinhaltet alle relevanten Teile von CAD Systemen, die für die Produktion notwendig sind. Schnittstellen wie Step, Iges, STL, VDA und Anbindungen an CMM`s, z.B. Zeiss oder Wenzel sind selbstverständlich in dieses Paket integriert, damit auch Baugruppen eingelesen werden können.

Die Technologie schreitet fort – OLM, das optische Längen-Messsystem wurde von Pulzer zusammen mit Aicon entwickelt, daraus entstand die Messzelle, sie war der Anfang neuer Messtechnik-Anwendungen, die in die Richtung der elektronischen Lehre führte – weg von der

taktilen Koordinaten Philosophie wie sie Homer Eaton zeigte und seinerzeit die gesamte Messtechnik für Rohre revolutionierte. Jenny Vollmer ist mit Umformtechnik gross geworden, sie kennt alle Messsysteme. Von OLM, über die Gelenkarme bis hin zum heutigen Freihandsystem, das Klaus Leistritz favorisiert. Sie leitet das Unternehmen, das u.a. „Automobildirektzulieferer“ ist und für Qualität, Flexibilität und Termintreue bekannt ist.

Klaus Leistritz Consulting GmbH (Messtechnik und Spezialsoftware), Jenny Vollmer (Bendit Rohrbiegemaschinen) und Precitrack 3D (Freihand Messgerät) kennen die Problematik, wenn das zu messende Teil integriert ist in eine komplexe Baugruppe, oder wenn das Teil zu weit vom Messsystem entfernt ist. Heute nimmt man den Arm, der uns in die Wiege gelegt wurde, weil man ihn ganz selbstverständlich ohne nachzudenken einsetzen kann – die logische Konsequenz wohin die Entwicklung geht, ist der Wegweiser einer zukunftsweisenden Messtechnik – schnell, professionell, Ergebnis orientiert. So wie es heute noch den Zollstock gibt, so haben auch andere Systeme ihre spezifische Berechtigung, genauso wie auch Oldtimer stolz aus der Garage geholt werden.

Klaus Leistritz war der erste, der das neue Freihand-Messsystem ausprobierte. Jenny Vollmer war sofort begeistert und überzeugt, liess sich von den Zukunftsvisionen anstecken, alle Beteiligten brachten sich ein, haben gemeinsam die Multisoft-Software ins Leben gerufen, um das Freihand Messsystem in möglichst vielen Produktionsprozessen einsetzen zu können. „Die Anwender des Systems bei der Firma Bendit haben die Vorteile sehr schnell realisiert. Sie setzen das System flexibel begleitend ein. Das handling gestaltet sich in der Praxis sinnfällig, das Messinstrument – taktil oder laser – wird in die Hand genommen und ist sofort parat für Messungen. Die Auswertungen sind klar strukturiert ohne unnötiges Beiwerk, wobei im Hintergrund auch komplexe Auswertungen und Bearbeitungsmöglichkeiten existieren, wie z.B. das Erstellen fertigungsgerechter CAD Zeichnungen, sowie diverse kundenspezifische Dokumentations-

möglichkeiten. Jenny Vollmer sagt: „wir – Bendit – haben das Messsystem zur Qualitätssicherung in alle Arbeitsabläufe integriert. Durch unser breites Produktionsspektrum liegt unsere Kompetenz besonders im Bereich der Baugruppenfertigung.“

Der kompetente Support der Firma Precitrack3D – egal ob Hardware oder Software, zeigte sich hierbei als zentrales Kriterium der Zufriedenheit und Akzeptanz. Nach kurzer Einarbeitungszeit war das System nicht mehr vom Tagesablauf wegzudenken, die Mitarbeiter waren fasziniert von den Innovationen, die ihnen die tägliche Arbeit erleichterten, das heisst innert kürzerer Zeit schnellere Ergebnisse zu erzielen, wissend, dass die Entwicklung weiterläuft, mit permanent neuen Ergebnissen, gemäss den neuen Anforderungen des Marktes.
[/av_textblock]